ALM-Forum 2014 – Tag 1

header (2)Gestern hatte ich gleich doppelte Premiere. Zum einen wurde ich zum ersten Mal als Visual Studio ALM MVP ausgezeichnet, und zum anderen nahm ich zum ersten Mal am ALM-Forum teil. Das ALM-Forum findet diesmal im Washington State Convention Center in Seattle statt und bietet allen Teilnehmern eine Plattform, sich über die aktuellen Herausforderungen moderner Software-Entwicklung auszutauschen. Ich werde versuchen, meine Eindrücke dieser Konferenz in einer Blog-Serie niederzuschreiben und meine persönlichen Highlights mit Euch zu teilen.

Meine Highlights von heute waren die Keynote von James Whittaker „A Future Worth Wanting” und die Birds-of-a-feather Session von Steven Borg “What’s git got to do with it”. Aber alles der Reihe nach …

Die Eröffnungskeynote „Disciplined Agile Delivery: The foundation for scaling agile“ wurde von Scott Ambler, dem Co-Creater des DaD Frameworks, gehalten. Scott stellte in der Note Auszüge aus dem DaD Framework vor. DaD steht für Disciplined Agile Delivery und ist laut Scott eine mögliche Antwort auf die Frage, wie große Organisationen agil Software entwickeln könnten. Im Wesentlichen stellt das Framework ein agiles Mindset zur Verfügung, das sich aus sämtlichen agilen Modellen die besten Vorgehens- und Denkweisen herauspickt. Die Grundprinzipien von DaD sind dabei folgende:

DaD

Da das DaD Framework einfach zu mächtig ist um es in eine Keynote zu packen, gab‘s am Abend für jeden Teilnehmer noch eine signierte Ausgabe seines Buches „Disciplined Agile Delivery“.

Als Eröffnungskeynote fand ich das Thema und den Vortrag leider nicht mitreißend genug, da hat mir der Vortrag von James Whittaker wesentlich besser gefallen.

James Whittaker war Redner der zweiten Keynote und befasste sich mit der philosophischen Frage „A future worth wanting“. Auf sehr unterhaltsame Art und Weise entführte James die Zuhörer in eine Zukunft, in der Apps und Devices nicht nur Übermittler von x-beliebigen Informationen sind, sondern Übermittler von genau den Informationen, die mich als Individuum interessieren. Apps sollen noch viel mehr dazu dienen Informationen zu bündeln und benutzerspezifisch aufzubereiten. Die Daten existieren ja längst dazu, denke man nur an die Tonne von Daten, die Facebook oder Google von einem speichert.

whittaker

Ich kann nur jedem empfehlen, wer einmal die Chance hat James Whittaker reden zu hören, sollte sie ergreifen. Der Mann ist einfach „awesome“.

Eine weitere wirklich großartige Session hielt Steven Borg, co-founder von Northwest Cadence und Visual Studio ALM MVP, über das Thema „Metrics that matter: Improving lean and agile, kanban and scrum“. Der wohl prägendste Satz des Vortrags fiel ganz zum Schluss: Metrics are like fire! Powerful but very dangerous!

Und dieser Satz scheint mir sehr richtig und wichtig zu sein, denn jede eingesetzte Metrik hat Konsequenzen – positive also auch negative. Als Beispiel nannte Steven z.B. ein Call-Center, das seine Mitarbeiter an der Anzahl der durchgeführten Telefongespräche pro Tag messen wollte. Die Folge davon war, dass Kundengespräche angenommen wurden, aber schon nach kurzer Zeit einfach der Hörer aufgelegt wurde. So wurden zwar die Anzahl der entgegengenommen Gespräche vervielfacht, aber die Qualität eines einzelnen Anrufs sehr stark reduziert.

Metriken sollten vier Eigenschaften aufweisen: Sie sollten Einfach, Ehrlich, Vergleichbar und Umsetzbar sein.

metrics

Die Hauptmetriken von Scrum (Velocity und Burndown) und Kanban (WIP und Lead Time) kennen wir wohl alle. Das Bemerkenswerte an dieser Tatsache ist allerdings, dass die Modelle Scrum und Kanban meist nur mit diesen wenigen Metriken auskommen, da sich diese Modelle einer anderen, mächtigeren Metrik bedienen – und zwar dem Feedback! Es ist in der agilen Welt viel wichtiger, regelmäßig und zeitnah Feedback über das Entwickelte einzuholen, um zu wissen, ob es das ist, was der Kunde erwartet, als zu messen, wie genau ich in-time und in-budget bin. Denn was nützt es mir, wenn ich meine Software halbwegs in-time und in-budget erzeugt habe, es aber dummerweise nicht ansatzweise das ist, was sich mein Kunde vorgestellt hat.

Steven verriet uns dann auch noch die „metric to rule them all“. Und zwar soll der Schlüssel zum agilen Erfolg die Reduzierung der „Time to feedback“ sein. Also je eher das Feedback kommt, desto schneller kann man eingreifen und desto höher ist mein Erfolg. Probiert’s mal aus!

Als letztes möchte ich noch über eine etwas andere Form der Wissensvermittlung schreiben, die ich so vorher auch noch nicht kannte. Die Session-Variante nennt sich „Birds of a feather“ (BOF) und heißt so viel wie “Zusammenkunft von Gleichgesinnten“. Die BOF-Session, die ich besuchte, wurde ebenfalls von Steven Borg einberufen und hieß „What’s Git got to do with it?“. Ich weiß nicht, ob BOF-Sessions immer so ablaufen, aber ich fand es richtig cool. Als Steven merkte, dass es viele Git-Interessierte gab, die allerdings wenig Erfahrung mit Git hatten, aber wissen wollten, wie Git funktioniert und warum um Git so ein Hype gemacht wird, organisierte er kurzerhand mit ein paar Anwesenden Git-Experten einen kurzen Git-Workshop und zeigte uns ein paar Highlights aus Git. Das nenne ich mal interaktiv …

almforum-bof

Alles in allem fand ich den ersten Tag der Konferenz richtig spannend und unterhaltsam. Mal sehen was der morgige Tag so alles bringt. Stay tuned!

Mehr Infos zum ALM-Forum findet ihr unter www.alm-forum.com

  1. Highlights des ersten Tages