Ausblick auf Visual Studio 2013

Brian Harry gab in der Keynote der TechEd North America 2013 einige Neuigkeiten zu Visual Studio 2013 preis. Die neue Version wird zwar erst im Herbst dieses Jahres veröffentlicht, aber es soll nach der Build Konferenz 2013 (26.06.2013 in San Francisco) eine erste Public Preview davon geben.

Agile Portfolio Management

Unter diesem Begriff versteht Brian Harry die agilen Planungswerkzeuge des Team Foundation Servers. Angefangen mit den Backlog-Funktionen und dem Planungs-Board in der ersten Version des TFS 2012, erweitert durch ein Kanban Board durch die laufenden Updates, bekommt das Agile Portfolio Management mit TFS 2013 weitere neue Funktionen.

Während die bestehenden Funktionen sich hauptsächlich um die Organisation von „individual Teams“ kümmern, soll das Update auch größere Organisationsstrukturen und somit auch größere Projekte mit vielen kleinen Teams unterstützen.

Dafür wird es unter anderem neue Work Item Typen geben, um auch high-level Anforderungen in ein Backlog aufnehmen zu können (Goal, Initiative und Features). Es soll dann ebenso die Möglichkeit geben, einen kompletten „Breakdown“ durch alle Hierarchie Ebenen durchzuführen. Dafür können die Beziehungen zwischen den einzelnen Work Items durch alle (Hierarchie-)Ebenen nachverfolgt werden.

Schon jetzt kann man im Team Foundation Service eine Work Item Hierarchie mit Features Work Items aufbauen und sich die Work Item Kette von Feature bis Task anzeigen lassen.

featuresToTasks

Abbildung: Feature Backlog mit aktiviertem Filter auf Tasks

Team Collaboration

Ein weiteres Feature ist der sogenannte „Team Room“. Dieser virtuelle Raum bietet eine Übersicht über alle Ereignisse in einem Team Projekt. Der „Team Room“ soll verteilte Teams näher zusammenbringen, indem Nachrichten auf die „Pinnwand“ gepostet, Changesets und Code Review von Kollegen angezeigt, sowie die Aktualisierung von Work Items visualisiert werden. Dieser virtuelle Raum könnte zum Beispiel dann ganz nützlich sein, wenn ein Team-Mitglied krank war und sich auf den aktuellen Stand der Dinge bringen will.

TeamRoom

„Heads-up Display“ in Visual Studio (CodeLense)

In einer Zeile über der Methodendefinition sollen einige „Code“-Indikatoren angezeigt werden. Dieses „Heads-up Display“ soll dem Entwickler ein besseres Verständnis für seinen Code vermitteln. Unter anderem sollen darin Informationen über bestehende Referenzen (reference indicator), Testfälle (test indicator) und Code-Änderungen (change indicator) zu finden sein.

Load Testing in der Cloud

Das Problem mit Last-Tests war bisher immer die enorme Infrastruktur, die benötigt wird, um eine gute Last-Simulation zu ermöglichen. Microsoft bietet dafür nun die Cloud als Lösung an – besser gesagt den Team Foundation Service. Während der Test im Visual Studio erzeugt werden kann, gibt es die Möglichkeit über eine Einstellung “Run tests using Visual Studio Team Foundation Service” den Test in die Cloud auszulagern.

Release Management

Um das Release-Management besser zu Unterstützung wird es eine Anbindung an das Tool InRelease von InCycle Software geben. Dieses Tool ermöglicht die Automatisierung und Organisation von Release-Prozessen und nutzt dabei die Information des Team Foundation Servers.

Weitere Features

Weitere Neuerungen in Visual Studio gibt Brian Harry in seinem Blog bekannt. Darunter finden sich folgende Features:

  • Ein überarbeiteter Team Explorer, der die Verwaltungen von unterschiedlichen Team Projekten und Repositories besser unterstützt
  • Das „Pending Changes“ Window kann aus dem Team Explorer ausgelagert werden und bringt damit wieder mehr Übersicht
  • Einfaches Kommentieren des Source Codes über den Web Access
  • .Net Memory Dump Analyser in Visual Studio
  • Web-basiertes Test Case Management
  • und mehr…

Weitere Informationen sind im Blog von Brian Harry zu finden. Die Aufzeichnung der Keynote der TechEd NA 2013 befindet sich auf Channel 9.