Prozessanpassungen in Visual Studio Team Services – einfache Felder

VSTSMicrosoft mit einem seiner letzten Updates die Grundlage geschaffen, Prozess-Anpassungen auch in seiner cloudbasierten ALM-Plattform, den Visual Studio Team Services, durchzuführen. Dafür wird von einem Standard-Prozess eine Ableitung erzeugt, in der individuelle Änderungen vorgenommen werden können. Die einfachste Form von Anpassungen sind benutzerspezifische Felder in Work Items aufzunehmen.

Nach dem Erstellen eines neuen individuellen Prozesses, das Vorgehen findet Ihr in den Basics, können die einzelnen Work Item Typen angepasst werden. Alle Änderungen werden auf der Administrationsoberfläche des VSTS Accounts durchgeführt, was gleichzeitig bedeutet, das spezielle Rechte dazu notwendig sind. Nur Mitglieder der Project Collection Administrator Gruppe oder extra in diesem Bereich zugewiesenen Gruppen oder Nutzer können Prozesse erzeugen, editieren oder löschen.

Inherited Fields und System Fields

Um dieses neue vererbungsbasierte Prozess Customizing anbieten zu können, musste Microsoft einige Änderungen und Kompromisse zum bisherigen Modell des TFS eingehen. Eine der größten Schwierigkeiten des herkömmlichen Modells war und ist, die Upgrade-Kompatibilität aufrecht zu erhalten. Ich kenne viele TFS-Instanzen, deren Template so stark angepasst wurde, dass ein automatisches Upgrade nicht mehr möglich ist.

Eine Lösung zu diesem Problem sind die sog. Inherited Fields in einem individuellen Prozess. Diese Felder sind durch das Symbol Process Customiziation inherited Symbol gekennzeichnet und lassen nur die Umbenennung des Feld-Labels auf der Oberfläche zu. Verschieben oder umgruppieren lassen sich diese Felder auf der Work Item Maske nicht, sondern sich nur vor dem Benutzer verstecken.

Außerdem gibt es noch die sog. System Fields, gekennzeichnet durch das Schloss Process Customiziation System Symbol Symbol, die überhaupt nicht angepasst werden können.

Prozess Customization System Fields II

Neue Felder aufnehmen

Das Aufnehmen eigener Felder ist sehr einfach und straight forward. Den „New Field“ Knopf drücken und dem Dialog folgen, mehr nicht.

Als erstes muss die Entscheidung getroffen werden, ob das Work Item um ein existierendes Feld (aus allen Work Items) oder um ein neues Feld erweitert werden soll.

Process Customiziation add field

Für ein neues Feld, muss ein account-weit eindeutiger Name vergeben, der Feld-Typ ausgewählt (Text, Integer, Decimal, Date/Time) und optional eine Beschreibung eintragen werden. Es empfiehlt sich das Best Practice aus der TFS-Welt zu übernehmen und eigene Felder immer mit einem Prefix zu versehen (z.B. almsports_meinNeuesFeld).

Hinweis: Weitere Feld-Typen sollen in einem der nächsten Updates folgen (z.B. html, boolean oder Auswahllisten).

Auf der Layout-Seite des Dialogs kann die Sichtbarkeit des Felds auf der Work Item Maske aktiviert und die Gruppe ausgewählt werden, in der das Feld erscheinen soll.

Process Customiziation edit layout

Hier kann auch eine Feldbezeichnung eingetragen werden, die nicht identisch mit dem Feldnamen sein muss.

Abschließend kann unter Options entschieden werden, ob das neue Feld ein Pflichtfeld sein soll und ob es einen Default-Wert besitzt.

Sobald man dann die Erstellung mit „Add field“ bestätigt, wird das neue Feld für das Work Item aktiv und taucht auf der Work Item Maske des editierten Typen auf.

Hinweis: Auch bei den Team Services gilt das Grundprinzip des Customizings „weniger ist mehr“. Versucht mit möglichst wenig Feldern auszukommen. Eure Nutzer werden es Euch danken!