Retrospektive mit „Circles and Soup“

circlesDie Methode „Circles and Soup” ist eine einfache Methode, mit der Teams Ihre Handlungsfähigkeit in schwierigen Situationen herausarbeiten können. Oft fühlen sich Teams als „armes“ Opfer oder fordern, dass sich erst alle anderen ändern müssen, bevor man selbst etwas tun kann. „Circles and Soup“ versucht den Blickwinkel auf die Dinge zu fokussieren, die das Team selbst tun oder beeinflussen kann, um etwas zu verbessern. Sehr oft gibt es im Team durch „Circles and Soup“ die Erkenntnis, dass man selbst viel gestalten und beeinflussen kann, als man denkt.

circlesDie dargestellten Kreise (Circles) sind das „Spielfeld“ und beschreiben die unterschiedlichen Einfluss-bereiche eines Teams.

Der innerste Kreis „Team Controls“ beschreibt den Bereich, den das Team direkt unter Kontrolle hat. D.h. alle Wünsche, die im innersten Kreis positioniert werden, können direkt vom Team (meist ohne fremde Hilfe) umgesetzt werden.

Der mittlere Kreis „Team Influences“ beschreibt Veränderungen, die man zwar nicht völlig unter eigener Kontrolle hat, aber zumindest beeinflussen kann (z.B. durch Überzeugungsarbeit beim Vorgesetzten).

Der äußerte Kreis „The Soup“ ist die „Brühe“, auf die ein Team keinen Einfluss hat. Themen, die hier landen, können in der Regel nicht vom Team selbst geändert werden und müssen dann tatsächlich auch so hingenommen werden. Beispiel: Der Tag hat 24 Stunden! Oder an Sonn- und Feiertagen darf nicht gearbeitet werden!

Die „Spielregeln“ von „Circles and Soup“ sind schnell erklärt. Es gibt ca. 5-8 Teilnehmer und eine neutrale Person, die den Mediator spielt. Jeder Teilnehmer (außer der Mediator) erhält Klebekärtchen. Auf diesen Kärtchen soll die gewünschte Veränderung notiert und anschließend auf das Spielfeld geklebt werden. Beispiel: Anstatt zu kritisieren „Klaus-Dieter kommt immer zu spät“ sollte es besser heißen „Wir starten unsere Besprechungen immer pünktlich!“.

CirclesAndSoup

Abbildung 1: aufgeklebte Wünsche

CirclesAndSoup2

Abbildung 2: geordnete Wünsche zur Ableitung von Maßnahmen

Wichtig: unbedingt auch doppelte Wünsche aufkleben, damit auch die Wichtigkeit dieses Wunsches deutlich wird.

Nachdem alle Wünsche aufgeklebt worden sind, sollte erst einmal das Spielfeld betrachtet werden. In den meisten Fällen wird man feststellen, dass sehr sehr viele Wünsche im inneren Kreis liegen und nur die allerwenigsten ganz außen. Was natürlich sehr gut ist, weil es bedeutet, dass das Team sehr viel selbstständig verbessern und umsetzen kann. Vielmehr kann es auch noch einmal verdeutlichen, dass das Team viel mehr in der eigenen Hand hat und für Verbesserungen sorgen kann, als es vielleicht vermutet hat.

Jeder angeheftete Wunsch wird einmal vorgelesen und besprochen. Typischerweise werden zuerst die Wünsche aus dem inneren Kreis vorgelesen. Ziel sollte es sein, dass aus den Wünschen Maßnahmen abgeleitet werden, die zur Erreichung des Wunsches beitragen.

Und nicht vergessen! Maßnahmen sind nur dann SMART, wenn sie spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch und testbar sind!

Wichtig: Um den bestmöglichen emotionalen Effekt für jeden Teilnehmer zu erreichen, sollten die angesprochenen Klebekärtchen verwendet werden. Die Teilnehmer sollen ihre Wünsche ganz bewusst aus der Hand geben können. Letztendlich ist es ja nichts anderes als ein „positives Auskotzen“ von gefühlten und erlebten Missständen.

Quelle: http://tastycupcakes.org/2011/08/circles-and-soup